Verein: Make Your Town Queer
AidsHilfe e.V.

AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. 


Ort: Entengasse 2, 90402 Nürnberg

Interview

Könntest du dich und deine Arbeit bei der AIDS-Hilfe kurz beschreiben?


Ich bin René Scheuermann, Sozialpädagoge bei der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. – bitte nicht wundern, ich arbeite auch noch als Sozialpädagoge bei Fliederlich e.V. – Queeres Zentrum Nürnberg. Ich identifiziere mich als schwulen, queeren cis-Mann. In der AIDS-Hilfe bin ich zuständig für den Bereich M*SM* (Männer*, die Sex mit Männern* haben). Zu meinen Aufgaben gehört die Prävention in der queeren Community. Ebenso berate ich Menschen in der Onlineberatung sowie bei unserem Testangebot „Checkpoint“.

Was sind die Highlights der AH? Auf was seid ihr besonders stolz?


Unsere Highlights in jedem Jahr sind – wenn kein Corona ist – unsere Benefizaktion „Hair for Care“, der CSD, das „Cook & Classic for Charity“ und natürlich der Welt-Aids-Tag am
1. Dezember. Stolz sind wir auf alle Events, da wir das ganze Jahr über sehr abwechslungsreiche Veranstaltungen anbieten. Gerade der Welt-Aids-Tag ist jedoch schon etwas sehr besonderes, da wir an diesem Tag nochmal explizit an die Verstorbenen und Menschen mit HIV gedenken.

Kannst du uns etwas zur Geschichte der Nürnberger AIDS-Hilfe erzählen?


Die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V. wurde 1985 als Selbsthilfeorganisation von ehrenamtlich Engagierten und Betroffenen gegründet. Ihre Tradition begründet sich im Einsatz gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV und Aids, sowie im Einsatz für die Verbesserung der Lebensumstände und Lebensqualität Betroffener.

Wir akzeptieren jeden Menschen als Ganzes, unabhängig ihrer Herkunft, Lebensweise, Hautfarbe oder Sexualität und Identität. Wir unterstützen Menschen, ihre Fähigkeiten wieder zu erkennen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Wir bieten dabei Hilfe zur Selbsthilfe an und stärken gleichzeitig die Selbstverantwortung. Unsere Arbeit ist geprägt von gegenseitiger Achtung und Respekt. Diese Haltungen leben wir im Kontakt mit unseren Klient*innen, im Ehrenamt, im Kreis der hauptamtlichen Kolleg*innen, sowie im Leitungsverständnis.

Wir sind mittlerweile ein Sozialbetrieb von 22 hauptamtlichen Mitarbeitenden. Unsere AIDS-Hilfe besteht aus den Bereichen Beratungszentrum, Betreutes Einzelwohnen und der Verwaltung unseres Tochterunternehmen Restaurant Estragon.

Welche Projekte und Arbeitsgruppen werden angeboten?


Eins unserer größten Projekte ist der „Checkpoint“. Hier können sich Menschen wöchentlich auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen testen lassen. Ein weiteres Projekt wurde vor ein paar Jahren gemeinsam mit Fliederlich e.V. – Queeres Zentrum Nürnberg geschaffen. Es heißt „Queer Café International“ und ist Anlauf- und Austauschpunkt für Geflüchtete aus der LGBTIQ*-Community.

Des Weiteren bieten wir wöchentlich einen Kaffeeklatsch für Menschen mit HIV und deren Freund*innen an. Für Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne HIV haben wir außerdem das Freizeitprogramm „Come together“ mit diversen Veranstaltungen und Ausflügen. Kostenlos teilnehmen dürfen Menschen mit HIV, aber auch Freund*innen, Angehörige und Vereinsmitglieder. Einmal im Monat heißt es bei uns „Lunch together“ im Restaurant Estragon. Speziell für Frauen haben wir die Gruppe „Frauenpower“.

Darüber hinaus haben wir noch drei Gruppen in denen sich Menschen ehrenamtlich für die AIDS-Hilfe engagieren können.

„Die Sexpert*innen“ ist die Präventionsgruppe für die queere Szene in Nürnberg. Unsere Öffentlichkeitsgruppe engagiert sich bei Veranstaltungen und Infoständen, die Betreuer*innengruppe kümmert sich um Menschen mit HIV / Aids.

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